| Subcribe via RSS

Was würde Google mit Jeff Jarvis’ “Was würde Google tun?” tun?

Mai 14th, 2009 Posted in google | 1,088 views |

Wer “googelig” denkt, der bloggt als erstes einen Beitrag über dieses Buch und fordert zur Diskussion auf. Also, Hosen runter, wer hat es schon gelesen? Ja, ja.
Ich hab das mal für euch gemacht.
Nach der Einführung in die Materie, der Darstellung des Status Quo – Google ist uneingeschränkter Marktführer, ja, es gibt Suchmaschinenoptimierung, aber bitteschön nur natürlich und sauber und durch den User generiert, white hat as its best, die paar Spambetrüger, Künstlichsitehochpusher und Großmutter-für-einen-Link-Verkäufer( meint der die SEOs?) werden über kurz oder lang auf der Strecke bleiben, die Zukunft liegt in den Communities – wurde ich warm. Klar, Einleitung muss sein, jeder steht woanders, und alle wollen abgeholt werden.
Das fiel mir besonders auf als ich bei xing.com ein Interview mit dem Autor Jeff Jarvis persönlich entdeckte. Jeff Jarvis betreibt in Amerika den erfolgreichen Medien-Blog “Buzzmachine.com“, ist Professor für interaktiven Journalismus, zählt in den Staaten zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Medienwelt und hat jüngst das Buch “Was würde Google tun? –Wie man von den Erfolgsstrategiendes Internet-Giganten profitiert” auf den Markt gebracht.
Ein Interview bietet ja nie genug Zeit, um alle Themen adäquat zu besprechen, deshalb trifft man eine für die Mehrheit relevante Auswahl, bei xing natürlich eher die Geschäftsebene, auch wirklich interessant. Meine Community enthält mehr Sozialpädagogen und hätte daher wahrscheinlich eine andere Auswahl getroffen, das Wesen der Communities und social networks beispielsweise. Dass man sich Communities nicht zulegen, anschaffen oder erstellen kann, dass sie immer schon da sind, und dass man ihnen nur helfen muss, sich “elegant zu organisieren” (laut Mark Zuckerberg, dem Gründer von Facebook). Wie weit das Community-Denken bis ins kleinste Detail gehen kann. Aber: Wir alle aus den verschiedensten Ecken werden mitgenommen in diesem Buch.

book_what_would_google_do.jpg

Die meisten Einwände, die einem spontan bei manchen kühnen Theorien einfallen würden, nimmt Jarvis gleich vorweg, entkräftet sie und bietet einen Lösungsvorschlag an. Das ist googelig gemacht in Reinkultur. Er hat vorher die Theorien in seinem Blog mit seinen Lesern ausführlich diskutiert, aus dieser Community voller Inspirationen und Anregungen heraus ist das Buch in seiner Endfassung entstanden, das nun natürlich alle gern lesen möchten.
Tausche das Buch gegen ein Auto aus. Biete eine Plattform, auf der die User mitreden und
–gestalten dürfen. Biete das Endprodukt in möglichst vielen Varianten an und staune, wie viele es haben möchten. Zwei Beispiele, die die Richtung anzeigen, in die es geht. In seinem Buch bietet Jarvis herrlich viele, sehr detaillierte Varianten aus sämtlichen Bereichen des Lebens, Dell als Paradebeispiel, quer durch alle Branchen, bis hin zur weltweiten Energieversorgung; damit zum Weltwirtschaftssystem, der Weltpolitik: “Wenn Google Präsident werden würde…”, um schließlich wo zu landen? Bei Gott und Apple ;-).
Und immer konsequent unter der Fragestellung “Was würde Google tun?”
Dezentralisierung ist ein Stichwort, gib die Kontrolle an die Kunden oder User ab und sei ihnen behilflich, sich einfach zu organisieren. Wenn du die Kontrolle behalten willst, verlierst du die Kunden. Woanders fühlen sie sich mehr ernst genommen. Sie wissen schließlich am besten, was sie brauchen.
Vereinfachen. “…Einfach zu sein bedeutet, direkt zu sein. Direkt zu sein bedeutet, ehrlich zu sein.” Das schafft Vertrauen und darauf sind wir angewiesen.
Vertrauen, und zwar gegenseitiges, muss aufgebaut werden. Durch Zuhören zum Beispiel. Nicht sich hinter einem Kontaktformular verstecken, sondern wirklich – online – präsent sein und sich die Mühe machen zuzuhören und Lösungen zu suchen. So gewinnt man Kunden.
Transparenz : Warum nicht ‘alles’ offenlegen? Ob nun Geschäftsberichte oder Restaurantbestellungen, damit man beispielsweise sehen kann, dass schon 400mal die Pizza Hawaii bestellt wurde, obwohl sie nicht das billigste Gericht ist, die Funghi aber nur schlappe 23mal. Dann kann ich daraus schließen, dass die Hawaii wohl wesentlich besser schmeckt, wenn sie hier so der Renner ist. Die Küche kann daraus schließen, dass sie die Funghi optimieren müssen, wenn sie den Gästen in dieser Rezeptur nicht schmeckt. Vorteil für beide Seiten, Pizzeria meines Vertrauens, ich komme wieder!
Diese grundsätzliche Denkungsart, die Dinge eher wissenschaftlich anzugehen ( du hast ein Problem? Lass uns gemeinsam eine Lösung finden!) als ethisch, wie es sonst üblich ist ( du hast ein Problem? Das darfst du nicht!) schreibt Jeff Jarvis Google zu und wünscht sie sich in jedem Lebensbereich.

Ich persönlich finde übrigens, dass ein googeliger Erziehungsstil so manches soziale Problem lösen könnte, nur mal so nebenbei…

Jarvis ist offen bekennender Google-Fan –Transparenz!-, und gewiss gibt es genug zu unken, manchmal rutschen ihm die Visionen doch ganz schön aus (nach Intelligenz gestaffelte Versicherungsbeiträge?! Da streiken bei mir die Synapsen, das möchte ich gar nicht zu Ende denken… ). Aber nichtdestotrotz macht es einfach einen Heidenspaß, ihm auf seinen Gedankenkonstrukten zu folgen, die oft waghalsig erscheinen, manchmal juckt es förmlich in den Fingern, sofort etwas neues auf die Beine, bzw. ins Netz zu stellen.
Es sind Visionen, Theorien, Lösungsvorschläge, die tatsächlich machbar und oft überaus sinnvoll daherkommen.
Wenn da nur nicht der Mensch wäre, der nun mal ist, wie er ist. Was er hat, das hält er fest. Gib ihm Macht, und er missbraucht sie. Im Hintergrund immer der Ruf der Möwen aus dem Disney-Film „Findet Nemeo“: „Meins! Meins! Meins!…“ Oder?
Wenn der Mensch im Großen wie im Kleinen googelig denken wird, dann ist er ja ein anderer geworden. Dann haben ja alle zusammen für dieses Problem eine Lösung gefunden.
Und falls sich jemand Sorgen macht, ob Google die Weltherrschaft anstrebt, auch diese Frage wird offen beantwortet.

– Kirsten Miedtank -

Keine ähnlichen Artikel gefunden.

7 Responses to “Was würde Google mit Jeff Jarvis’ “Was würde Google tun?” tun?”

  1. Nico Schubert Says:

    Morgen, ich finde den Artikel sehr gut und du hast in diesen Artikel, das Interesse bei mir, für das Buch in mir geweckt.

    Ein kleiner Tipp von mir, bitte Formatieren den Artikel, so das man ein wenig einfacher Ihn lesen kann. Es wäre hier angebracht ein paar Umbrüche einzubauen, damit man die eine oder andere lese Pause einlegen kann.

    Grüße Nico


  2. Was würde Google tun : Buch-Ratschlag Says:

    [...] Rezension auf SEOptiker.de [...]


  3. Neues aus der SEO-Szene - Wolfram Alpha, Abakus Pub-Konferenz und mehr | Interaktiv-Net - WordPress Says:

    [...] und Tricks. Durch einen Artikel von Dawid Przybylski „seoptiker.de“ bin ich über Jeff Jarvis, Verfasser des Bestsellers „Was würde Google tun? aufmerksam wurde. [...]


  4. Felix Struening Says:

    Hallo Kirsten,

    ich bin jetzt erst dazu gekommen, dass Buch durchzulesen, aufgrund des meiner Meinung nach zu langen 2. Teils (Wenn Google die Welt regierte) dauert die Lektüre dann ja doch ein bisschen. Ich finde der 2. Teil hätte in den Blog oder eine Webseite zum Buch ausgelagert werden sollen, da die bereits eingeführten Argumente zum großen Teil nur noch erneut und erneut durchbuchstabiert werden. Hier meine ausführliche Rezension zum Buch: http://www.buchtest.de/rezension/was-wuerde-google-tun.html – Dein Vergleich mit Findet Nemo passt übrigens ganz gut…


  5. Interview mit Dawid von SEOptiker.de » Blogger » Webmaster Interview Says:

    [...] Als Lektüre kann ich es jedem empfehlen. Eine kurze Rezension zum Buch „Was würde Google tun“ findet ihr hier. [...]


  6. Mustafa Ulusoy Says:

    guter post von dir


  7. Der Webanhalter Says:

    Ein Verriss – Jeff Jarvis: Was würde Google tun…

    Jeff Jarvis veröffentlichte Anfang 2009 sein vielfach diskutiertes Buch What Would Google Do?. Recht schnell eroberte es unter dem deutschen Titel Was würde Google tun die Blogs und Online-Feuilletons. Doch statt Lob verdienen Jarvis’ Blick ……


Leave a Reply